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Tremiti-Inseln

Die Tremiti-Inseln befinden sich, vom der Küste des Gargano am nächsten gelegenen Punkt gemessen, 22 km vom Festland entfernt und können täglich mit Schiffen oder Tragflügelbooten erreicht werden, von Manfredonia, Rodi Garganico, Vieste, Peschici und den Häfen der Region Molise Termoli, Vasto und Ortona aus. Mit einer Oberfläche von nur 3,06 qkm und einer Bevölkerung von weniger als 350 Einwohnern, ist die Gemeinde der Tremiti-Inseln die kleinste der Region Apulien.

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In der Antike hatten diese Inseln, die seit der Urzeit bewohnt sind, einen poetischen Namen: sie wurden "Inseln des Diomedes" genannt, da man glaubte dass dort der Held des trojanischen Krieges begraben sei, welcher nach endlosen Wanderungen dort gelandet war. Der Schmerz seiner Kameraden hatte das Mitleid der Venus erweckt, welche sie in Möwen verwandelte, deren klagender Gesang einem Weinen ähnelt. Die Tremiti-Inseln bestehen aus Kalkgestein, das durch die Erosion des Meeres ziselliert wurde. Die kleinste der drei Inseln, San Nicola, gerade 41 Hektar gross, stellt das historische, verwaltungstechnische und religiöse Zentrum des Archipels dar, da sich die Geschichte der Inseln seit Jahrhunderten mit jener der dort befindlichen Abtei identifiziert. Eine kriegerische Abtei, stets im Kampf um ihre Autonomie durchzusetzen und sich zu verteidigen gegen die sarazenischen und dalmatischen Seeräuber. Die Existenz der Abtei Santa Maria a Mare ist seit dem XI. Jahrhundert historisch belegt; zuerst wurde sie von Benediktinern bewohnt, die später verdächtigt wurden, Verbindungen mit den dalmatischen Ketzern zu haben und von Zisterzienser-Mönchen abgelöst wurden. In Folge eines Seeräuber-Überfalls im XIV. Jahrhundert wurden die Inseln und die Abtei verlassen und blieben über ein Jahrhundert lang unbewohnt, bis die Brüder der Canonici Regolari Lateranensi di San Ferdinando di Lucca ankamen und die Abtei in eine richtiggehende Festung verwandelten, die sie unbeugsam verteidigten. Mit der Ankunft der Bourbonen geng das Kloster, welches das Montecassino im Meer genannt wurde, seinem Niedergang entgegen. Wenn San Nicola die Insel der Geschichte ist, so ist San Domino, die grösste und schönste der Tremiti-Inseln (221 Hektar), die Insel der Gegenwart und des Fremdenverkehrs. Die dritte Insel des Archipels, Capraia (welche ihren Namen dem Kapern-Strauch verdankt) ist nicht bewohnt und beinahe ohne Baumbestand, ebenso wie die weit entfernte Insel Pianosa.

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Die Bourbonen verwandelten die Tremiti-Inseln in eine Straf-Kolonie und später, um sie wieder zu bevölkern, schickten sie Hundert Frauen dorthin. Mit der Zeit verwandelte sich die alte "Haftanstalt" zu einer respektierlichen, zivilen Gemeinschaft, die sich dem Fischfang, der Landwirtschaft und dem Handel widmete. Ein Andenken an diese Zeiten des 18. Jahrhunderts ist ein erstaunlicher neapoletanischer Einschlag im Dialekt der Gegend. Die Herzlichkeit der Bewohner, das Pinienhain von San Domino, das klare Wasser, der reiche Meeresgrund (mehrmals fanden dort die italienischen Meisterschaften in Unterwasser-Fischfang statt), die kleinen Buchten, welche an die einstmaligen Landungen von Türken oder Engländern erinnern, die Grotte, deren Wasser sich violett färbt oder die mit den acque fosforescenti, der "Fels des Teufels" und des Elefanten, der historische und künstlerische Wert von Santa Maria a Mare, die Gräber von Julia (die Nichte des Augustus, welche hierher verbannt wurde) und des Diomedes, mit ihren faszinierenden Legenden, machen die Tremiti-Inseln zu einem einzigartigen Ausflugs- und Urlaubsziel.

   

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